Soziale Bedüfnisse: Zwischen Partys, Networking und dem Wunsch nach Ruhe

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum es vollkommen okay ist, weniger Lust auf große Gruppen oder Smalltalk zu haben. Menschen erleben soziale Situationen unterschiedlich: Für die einen ist eine Geburtstagsparty das Highlight, für die anderen eher anstrengend nach kurzer Zeit.

Wir erzählen von unseren eigenen Erfahrungen als Speaker und Gastgeber, aber auch von Momenten, in denen wir lieber die Stille genießen und wie wir das am besten kommunizieren.

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Transkript anzeigen

Alexander Metzler: Und das heißt wieder herzlich willkommen beim Podcast Gleichmutproben. bin 50 Prozent eurer Gastgeber, Alexander Metzler, Biohacker, Digitaldesigner, Experte für mentale Gesundheit aus erster Hand, gemeinsam mit meinem Buddy.

Leander: Leander Greitemann, Speaker, Autor, Musiker, Philosoph und Soziologe. Und, ja, wir sprechen heute über ein Reel, was mir in die Timeline gespült wurde. Ein kurzer Ausschnitt aus dem Podcast, die Michalskis sind. sagt Louis Michalski, was Spannendes ist. Ich finde vor allem die Kommentare darunter spannend. Hören wir erst mal kurz rein. Wir hören es nicht ganz, es dauert zu lange, dass der Podcast fast vorbei Aber zumindest mal ... Hören wir rein und gucken rein, wenn ihr den Videopodcast seht. Dann, ja. Sieht ihr das? Aber ich habe eine soziale Batterie von 90 Minuten, wenn das nicht meine ausgewählten Menschen sind und wenn diese 90 Minuten vorbei sind, möchte ich nicht mehr reden und ich möchte auf den Boden gucken und ich kann nicht mehr. Und deshalb habe ich richtig lange gegen angekämpft und maskiert und maskiert und mich weiterhin diesen sozialen Menschen weiter gespielt, der ich einfach nicht bin. Das ist einfach nicht mein So, ich bin ein Mensch der Tiefe und ich bin ein Mensch des Fokuses in Zwischenmenschenbeziehungen. brauche bestimmte Menschen und bestimmte Bedingungen und dann kann ich sehr tief und sehr sozial und sehr interessiert sein. Oberflächlichkeit, und das ist nun mal, sobald du mit vielen Menschen bist und nicht mit Ausgewählten, mit denen man eine tiefe Verbindung hat, ist einfach nicht meins. kann es 90 Minuten, ich kann 30 Minuten, kann ich so richtig sozial und strahlend unterziehen. Okay, wenn ihr das ganze Ding gucken wollt, dann könnt ihr zum Beispiel auf die Seite von Louis Michalski gehen. Das ist die Person, die wir gerade im Gespräch gesehen haben. Und zusammen mit Saskia Michalski haben die einen Podcast. Der, glaub ich, hinter einer Paywall ist. Ich hab nur dieses Real gesehen. Und vor allem fand ich spannend, und ich würd gern ein, zwei Kommentare darunter lesen. Also absolute Zustimmung. Man könnte ja auch denken, dass man mit so einem Take Hate abkriegt. Also man könnte ja auch denken, dass Leute sagen, wie, du bist nicht sozial, dann geht er auch raus aus unserer Gesellschaft. Dann sieht die Person natürlich auch noch special aus, voll tätowiert und so was. Ist auch non-binary, das heißt, mehrere Sachen, wo man sich dran aufhängen könnte. Offensichtlich ist es nicht in eine Bubble reingekommen, wo es viel Hate gab, sondern eher so Leute, schreiben, absolut, das bin ich 100%. Oder hier jemand, der geschrieben hat, ich hab noch nie gehört, dass das okay ist. Noch nie in Großbuchstaben, 36 Likes auch. Schon jahrelang versuche ich, das zu korrigieren, und ich fühl mich schlecht, wenn es mir völlig egal ist, wer es Gelinde gestern angekauft hat. Smalltalk ist so anstrengend, es hilft mir gerade so sehr. Danke.

Leander: Ähm, und hier auch andere, die sagen, mein Gott, ich hab noch nie jemandem das Sagen hören. Das ist der beste Take im Internet, den ich seit langem gehört hab. Ich fühle das so sehr und so weiter. Und, ähm, ich hab Lust, das mal mit dir auseinanderzudröseln. Das heißt, Thema heute könnte zum einen sein, so Social Battery. Und ... hab da verschiedene Takes drauf, aber auch so ... verschiedene ... also, wie man verschiedene Sichtweisen auf die gleichen Situationen haben. Also, was ist ... Also, es gibt ja auch Leute auf Partys, die das total genießen, die diesen Smalltalk genießen. Und wenn dann jemand dann hört, jetzt zum ersten Mal, nachdem er so einen random real sieht von einer Person, die das einfach in ihrem Podcast so erzählt, ähm ... auf einmal sich viel mehr so gesehen fühlt und wir aber in so einer Gesellschaft leben, wo das ja Bestandteil davon ist. Also, wie gehen wir damit Was kann man machen? Was sind unsere Perspektiven? Gibt's verschiedene ... Sichtweisen auf dieses Real und deswegen fand ich das einen total spannenden Conversation Starter für unsere heute podcast Folge mein lieber Alex

Alexander Metzler: Ja, mein lieber Leander, danke dafür. Ich kann durchaus relateen mit dem, was die Person da sagt, weil ...

Leander: Ja, glaub, aufmerksame Hörerinnen unseres Podcasts dürften jetzt auch nicht überrascht sein, dass wir da eine gewisse Sympathie erst mal grundlegend mit haben, da wir beide ja auch nicht so die absoluten Party- und Smalltalk-Mäuse sind. Obwohl wir das natürlich auch gut können. Aber sprich du erst mal.

Alexander Metzler: Ja.

Alexander Metzler: Danke, dann führe ich mal fort.

Leander: Wir haben gar keine Lust zu reden und trotzdem falle ich dir direkt ins Wort.

Alexander Metzler: Ja, das ist ja ein bisschen paradox, auch gerade in unserem Fall, weil wir beide professionelle Speaker sind, auf Bühnen stehen und natürlich ... ... Talks ja nicht nur ... im Scheinwerferlicht enden, sondern du hast ... ... vorher mit den Auftraggebern, mit den Leuten von der Technik, du hast ja ganz viel Kommunikationsarbeit ... ... und vor allen Dingen danach, meistens ist ja so, man macht noch mal eine kurze FAQ nach dem ... Nach dem Talk melden sich vielleicht zwei, drei Leute. Viele trauen sich dann aber nicht, aber die kommen dann gerne noch mal im Anschluss, im eins zu eins, zu dem Speaker, ihre persönliche Sache darzulegen. Das ist ja auch höchste Konzentration. Man versucht auch den Leuten dann, was Gutes mit an die Hand zu geben fürs Thema. Und es ist aber ja auch dann fast schon, je nachdem, wie trivial das dann wird, auch schon eine Form von Smalltalk. Und das gehört da ja auch, und deswegen gelingt mir das auch, glaube ich, gut, ist das so Teil meines beruflichen Schaffens einfach. Das gehört dazu. Und ich freue mich auch, wenn die Leute nach dem Talk zu mir kommen. Ich bin dann auch in Stimmung, also ich bin ja mit adrenalinevoll und on, wo mir das wenig gut gelingt ist auf ...

Leander: Mmh.

Alexander Metzler: Partys oder auf ... Dorffeste so zusammentreffen. Ich mag es, die Leute zu sehen. Ich mag es mal, da drüber zu gehen, aber ... ... es ist ganz oft so, dass ich dann so dabei stehe und ... ... habe keinen Plan, über was ich sprechen soll. Also ... finde es auch ... ... bei mir geht es immer so, dass ich ... ... ich weiß auch gar nicht, was wichtig genug ist, zu erzählen. Manchmal gibt es so Sachen ...

Leander: Mmh.

Leander: Mhm.

Alexander Metzler: die dann frisch sind, wo ich gerade sage, ja, ich habe gerade mein IAK-Zertifikat für meinen Eisbadetrainer gemacht. Aber das ist jetzt auch schon, das ist jetzt schon versandet jetzt schon fast wieder im Gehirn, weil das schon auch wieder ein paar Wochen jetzt her ist. Finde ich jetzt auch schon wieder, das ist jetzt nichts Neues mehr. Ist jetzt auch nicht mehr spannend.

Leander: Ja.

Leander: Ja, ich will auch nicht immer zehnmal die gleiche Geschichte ... Also ich ... ist auch begrenzt. Oft hab ich Lust, jetzt dann im sozialen Kontext eine Geschichte zu erzählen. So. Also ich muss es dann nicht mit jedem irgendwie darüber reden. So.

Alexander Metzler: Aber dann hast du ja die Situation, man steht so zusammen, das kennt ja jeder, jeder kennt das, du triffst irgendeinen Bekannten, wo du kurz noch so im Hinterkopf warst, okay, ich weiß, kenn den, mir fällt sogar auch der Name noch ein, was krass ist, weil mein Gehirn löscht auch Namen von Personen, mit denen ich nicht regelmäßig zu tun hab. Das ist so krass, ich vergesse Namen von Personen. mit denen ich nicht regelmäßig zu tun hab. Ich kenn die, ich hab vielleicht auch mal mehr mit denen zu tun und weiß trotzdem deren Namen nicht mehr. Unangenehm, sehr unangenehm. Und dann steht man so zusammen, ey, Gude, wie geht's dir? Jo, du auch hier? Ja, offensichtlich. Und? Wie geht's dir? Ja, gut, und dir? So. Und dann kommt dieser Moment ... von ... ja ... Puh, was Was könnt ich denn jetzt grade erzählen? Und da Da endet's eigentlich auch schon mit meiner Social-Bet. Ehrlich gesagt. Das ist ... Ja, und nicht falsch verstehen. ist ... Ich mag es, das auch mal Leute zu sehen und so, Aber ... Viele Leute bleiben ja dann auch auf diesen festen Stunden lang bis tief in die Nacht. Da wird natürlich dann auch Alkohol getrunken, man redet und redet und redet und redet. Ich hab ... Ich geh dann irgendwann. weil ... Ich hab dann so ...

Leander: Social Battery von drei Minuten.

Alexander Metzler: Ich hab's zu meinen Leuten getroffen, hab mein Salat gegessen und mein Stück Brot. Und dann ist wieder Heimgang angesagt. Und dann genieß ich auch wieder super diese Stelle. Also von daher ... Also, ich ordne es noch mal ein. Wenn es zum Beruf gehört, ich überhaupt kein Problem mit Smalltalks. Also, da gehört's einfach zu meinem Job.

Leander: Und ich will noch mal kurz reingehen, meintest, es hat ja auch was Smalltalk-mäßiges. Aber gerade in der Situation nach einem Podcast ist es ja oft eben auch kein Smalltalk. Also bei unseren Themen nach dem Vortrag, ja. Also bei unseren Themen ist ja dann eher so, dass es nicht darum geht, dass sie dann sagt, na und, was machen sie beruflich? Und die dann sagen, sie, oder wo sie gerade jetzt wieder einkaufen waren, sondern die sagen, ja, diese eine Stelle in dem Podcast, das ...

Alexander Metzler: Nach dem Vortrag

Alexander Metzler: Genau.

Leander: Neulich kam einer nach einem Podcast zu mir, der hat gesagt, ich hab einen Sohn, der ist Topmodel, der auf Plakaten, der reist die Welt und der ist totunglücklich. Der hat das, wovon alle träumen, der sieht mega aus, der macht gutes Geld und der ist richtig unzufrieden. hat jetzt gerade in Therapie angefangen. Das ist für mich auch so krass. Ich hab ihm jetzt auch dein Buch gekauft, das passt voll. Also, ist natürlich nice. Zum einen ... Erst mal Lob mögen wir alle gerne.

Alexander Metzler: Ja.

Leander: Bestätigung irgendwie, gleichzeitig wieder ein krasses Beispiel für meine alterdiebe Sichtweise. Das ist ja kein Smalltalk, das macht ja mega Bock. Deswegen ist es auch da. Und dann, was finde ich dann eher passt bei uns im Job, ist dann, wenn man abends am Tisch sitzt oder so was. Wenn man schon einen Tag vorher anreist oder abends noch da bleibt und denkt, ist auch gut, hier noch ein bisschen zu connecten und auch die Leute waren ja auch nett.

Alexander Metzler: Nee, das ist ja Deep Talk dann.

Alexander Metzler: ja,

Leander: Und je nachdem, das kann total gut sein, aber ich hab immer ein bisschen Respekt vor diesen Veranstaltungen. Weil ich dann da stehe und wenn's gut läuft, viele Leute deinen Vortrag gesehen, kommen auf dich zu und sagen, geiler Vortrag, cooler Typ. Dann sind das auch schon die richtigen Leute, weil die viben mit dir, und dann lernst du total nette Leute kennen. Bei mir, ich hab auch ein total gespaltenes Verhältnis dazu. Ich kann das manchmal extrem genießen, ich lerne richtig gerne neue Leute kennen. Auch so auf Seminaren oder so, da bist du ja auch so. Wenn man irgendwo auf Seminaren ist und das sind andere coole Leute und man lernt die kennen und ... dive so direkt rein in die Themen und man hat coole Themen, über die man sich austauschen kann, lebensphilosophische, erfährt was über deren Ängste, über deren Hintergründe. Das liebe ich und das kann ich auch in der größeren Gruppe. Also jetzt anders, als wir in dem Intro gehört haben. Ich freu mich zum Beispiel auch, wir haben jetzt 20 Jahre Abitur, da wird gerade irgendwie so eine Party vorbereitet. Da freu ich mich auch total drauf, weil ich da ...

Alexander Metzler: Mhm.

Leander: Ich einige Leute wieder, die ich lange nicht gesehen habe. interessiert total, was die machen. Ich bin schon interessiert an Menschen. Nur ist das, finde ich, das Setup ist halt häufig scheiße. Haben wir hier auch schon häufiger drüber gesprochen. Ohne Alkohol macht es halt häufig einfach auch keinen Bock. Also, wenn man dabei was trinkt und dann so leicht einen sitzen hat und sich zum gemeinsamen Drogenkonsum trifft, dann funktioniert das auch schon mal deutlich besser, als wenn man halt nüchtern.

Alexander Metzler: Klassentreffen mach ich auch gerne tatsächlich.

Leander: bleibt, wie ich das mache und du ja auch. Und du hast ja in deinem Leben vor allem viel, viel weniger Alkohol getrunken als ich bei diesen ganzen. Also bis ich mit meiner kompletten Stricktheit an Alkohol mal also dich eingeholt habe oder andersrum. Du wirst mich in diesem Leben wahrscheinlich mit deinem ein Glas Wein alle einmal im Monat wirst du mich nicht mehr einholen mit der Menge von Alkohol wahrscheinlich. Egal, auf jeden Fall ist es total ambivalentes Verhältnis. Und ... ich kenne das aber extrem. Grade diese Situationen, die so unklar sind, und das, was du beschreibst, kenn ich auch total. Ich bin jetzt auch nicht der Beste im Auf-Leute-zugehen. Also, ich war mal zum Beispiel eingeladen, da waren Gäste bei mir auf einem Vortrag, und die haben hier in der Nähe ein Hotel eröffnet, ein total cooles Hotel im Rheingau. Blick über die Berge mit Mountainbike-Trails, Geizimmern. Und die haben gesagt, komm doch vorbei. Da sind auch einige, die auch bei dem Vortrag dabei sind. Ich dachte, cooles Networking-Event. Das ist irgendwie eine coole Hotelöffnung. Ich mach das einfach mal, ich geh da alleine hin. Ich hab's dann schon auch hinbekommen, aber dann da erst mal zu stehen, niemanden zu kennen, und du stehst da mit deinem alkoholfreien Bier und denkst, und jetzt, was mach ich? Und dann irgendwie hab ich ... Also, war dann eine schöne Übung ja auch. Ist ja auch mein Anspruch, mit so Situationen umzugehen. Und dann auch einfach mal auf Leute zuzugehen und zu sagen, na ja.

Alexander Metzler: Ja.

Leander: Und dann mal zu gucken, was ist denn ein guter Einstieg? Und dann auch zu üben, wie kann ich das Gespräch denn führen, dass es mir Spaß macht? Und wenn es dann aber so was ist, wie zum Beispiel da, dass man da im Stehen ... Und übrigens war diese Party die Grundlage, dass wir im Radio in Mainz waren. Da hab ich den Typen von Antenne Mainz kennengelernt. Also das ...

Alexander Metzler: Props geht raus an Radio Antenne Mainz an der Stelle.

Leander: Ja, oh, stimmt, eigentlich wollte ich zur Antenne Wiesbaden machen. Na ja, egal. Und wenn das dann so bewegt und stehen und bisschen dance und so, dann passt das eh alles. Aber ja, gerade dieses Sitzen an einem Tisch fest und im schlimmsten Fall sechs oder mehr Leute. Und es gibt ein Gesprächsthema am besten noch. Oder dann ...

Alexander Metzler: oder mehrere untereinander verknotet, aber du bist nicht Teil davon. Du sitzt dann an diesem Tisch mit dabei und hörst dann mit dem ein Uhr da zu und da und versuchst ... Ach, furchtbar. Furchtbar.

Leander: Ja gut, das, das ist außer das... Ja. Ich nicht, wo steig ich jetzt ein. Ja. Ja. Und ... ich so spannend finde jetzt an der Debatte, unabhängig davon, wie wir dazu stehen, unabhängig dazu, wie andere jetzt dazu stehen, ist, erst mal die Tatsache, das und anzuerkennen, dass wir aus welchen Gründen auch immer ein und dieselbe Situation als total angenehm oder als sehr anstrengend empfinden können. Es gibt bestimmt einige Situationen die wir jetzt beschrieben haben, die finden die meisten Menschen ein bisschen anstrengend. Wenn man da zu zweit steht und man sagt so, Na? Ja, läuft. Und der andere sagt, ja, läuft. Ja, und? Und man weiß schon gar nicht so. ich glaub, das finden, da musst du schon echt gar nichts mitkriegen im Leben, da entspannt zu weißt du so, wenn das so eine weirde Situation ist und das macht gar nichts mit dir, ich glaub, da sind auch deine Antennen am Arsch.

Alexander Metzler: Manchmal löst die sich aber auch in der Obskurität der Situation in einem beidseitigen Lachen oder Kopfschütteln auf, weil beide genau wissen, das ist eine 0,0-Konversation. Und einfach nur zum Lachen. Das ist dann ganz schön an der Stelle, wenn das passiert.

Leander: Ja. Ich glaub, ich Ich leide manchmal, glaub ich, dann auch an meinem Selbstanspruch. Weil ich nicht Teil von so einer langweiligen Unterhaltung sein will. Also, kann zum ... Ich kann nicht ertragen, wenn mich jemand fragt, na, wie geht's? Kann ich nicht antworten, das hab ich in meinem Leben ... wahrscheinlich nur in fünf Prozent der Fälle, wo mich jemand gefragt hat, na, wie geht's? Gesagt, gut und dir. Weil ich ... Dann kommt der andere Person auch mit gut und dann ... Also sag ich eigentlich immer, ja mir geht's ganz gut und dann erzähl ich irgendwas, was mir gerade spontan einfällt. Nächste Woche fahr ich nach Portugal oder ach gestern hatte ich irgendwie ein spannendes Ding und dann, und das ist der Gag, und dann vergess ich fast immer zu fragen, und wie geht's dir denn? Also kann's voll gut sein, dass ich dann einfach kurz ne Story erzähle, weil ich das nicht aushalte, einfach nur zu sagen gut und dir, weil ich denke, dann können wir uns das auch sparen, das ist so ne sinnlose, wenn's wirklich nur ne Floskel ist, hab ich so nen krassen Widerstand dagegen, weil ich denke so, warum machen wir das dann?

Alexander Metzler: geht es dir eigentlich?

Leander: Wenn wir also nichts dazu sagen. Manchmal sag ich auch, oh, geht so. Gerade ich war jetzt krank oder hab irgendwie nicht so eine gute Energie oder so, versuch da auch relativ ehrlich reinzuhören. Ist nicht immer der Punkt dafür. Aber ... ja, ich kann das nicht. Deswegen find ich's auch, glaub ich, mehr anstrengend, wenn du kein Thema damit hast, Beispiel, einfach zu sagen, ja, gut, und dir, und der andere, gut, und dir. Das ist dich wie Hallo sagen. nicht diesen Anspruch von tiefen Unterhaltungen, von irgendwie bedeutungsschwangerem Austausch und sich öffnen. du hast all diese Formen durchgemacht, sagst du, ja, ganz normal. Du sagst, ja, Wird's die Kinder? Ja, läuft. Und du auch immer noch keine Kinder? Nee. Ach, ist ja schön. Dann machst du gell? Ja, machst du gut. ich denk, oh. Und die andere Person sagt, ach, das war ja mal nett, anderen wieder gesehen zu haben. Und das finde ich so spannend, und das war der Punkt, den ich kommen wollte, dass wir halt so dann trotzdem ... so verschiedene Sichtweisen drauf haben können. Dass es Leute gibt, die veranstalten solche Zusammenkünfte, auf die wir beide keinen Bock hätten, freiwillig. Die machen das und laden Leute ein und wissen, das wird genau so, und denken, geil, da hab ich Bock drauf. Da hab ich genau Bock drauf, Leuten an einem Tisch zu sitzen. Genau das, die haben dann einen guten Grund, sich an ihrem Bier festzuhalten. Die sind einfach gerne unter Leuten. Also, jetzt, wenn ich, also Wenn ich gemein wäre, ich sagen, wissen, nicht alleine, wissen nicht, wie sie alleine die Zeit verbringen sollen oder wissen sonst nichts mit ihren zu tun. Aber es gibt sicher auch andere Gründe, die einfach sagen, ich fühl mich einfach wohl, wenn der Tisch voll ist, ich muss noch nicht mal reden, das fühlt sich für mich einfach schön an, wenn ich weiß, die Leute kommen zusammen, denen geht's gut, ich kann denen hier was anbieten und die sind alle da, das find ich total schön. Dann denk ich, ist doch geil. Und wir sind halt verschieden. Und das Das zu checken ist einfach so wichtig, nur weil du was Bestimmtes gerne magst, heißt das nicht, dass alle Leute das auch gerne mögen. Und nur weil du etwas nicht magst, heißt das nicht, dass es allgemein scheiße ist, sondern für dich funktioniert das nicht. Für dich macht das keinen Spaß. Das ist, finde ich, schon mal die erste wichtige Erkenntnis hier raus, wenn man sich dieses Video anguckt und die Kommentare anliest, sich selbst gut zu kennen, zu beobachten und dann aber nicht zu sagen, ja, so wie ich das ...

Leander: finde, ist das richtig und die anderen Leute sind falsch. Sondern ja, es gibt offensichtlich verschiedene Deutungen, Interpretationen dieser gleichen Situation. Einige genießen das andere nicht. Und ich sollte aber nicht Leute verurteilen oder zwingen, dann alle zu meinen Partys zu kommen und bis zum Ende zu bleiben, wenn denen das gar nicht so viel Spaß macht wie mir. Also wenn ich dann als Gastgeber sage, hö, du warst ja schon um 11.30 weg, das hat mich total enttäuscht. Also dann darf ich das zwar auch äußern.

Alexander Metzler: Ja.

Leander: Aber wenn dann mein Gegenüber sagt, ey, hat nichts mit dir zu tun und ich war auch echt gerne da, aber nach anderthalb Stunden, ehrlicherweise, reicht mir das. Also, weil das ist ja auch, also, ich würde soziale Veranstaltungen, wenn die anderthalb Stunden gehen würden, wenn ich vorher wüsste, das geht anderthalb Stunden, ist doch geil, da mal kurz hin, die Leute sehen, hat nur mit allen gequatscht, sagt, geht's ihnen gut, hat die wichtigen Sachen ausgetauscht. Solange tut mir auch dahinter nicht weh, wenn ich da sitze. Dann gibt's vielleicht noch was Leckeres zu essen. Alkoholfreies Bier trinke ich auch nicht jeden Abend. Dann aber zu gehen. Schön 22 Uhr, 21 Uhr, schön wieder nach Hause. Ohne dass jemand sagt, das ist mir zu früh. Weil es einfach klar ist, dass es da unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Und man das nicht immer erklären muss vor großer Runde. Nix gegen euch, aber mir reicht's jetzt hier. Das ist eigentlich ein ganz wichtiger Take-Away für beide Seiten. einen dicken sozialen Akku haben und der sich vielleicht sogar auflädt, während die da sitzen mit anderen Menschen. Aber auch für Menschen, bei denen das andersrum ist.

Alexander Metzler: Ja, ich kenne das aber auch natürlich umgekehrt. Also gerade in der Zeit, ich auch noch mehr Alkohol getrunken habe und du sitzt dann zusammen und du bist dann schon in so einer bisschen aufgeheizten Stimmung, sage ich mal. Und dann hast du so, also mir ging das dann immer so. Ich hatte dann immer so die Erwartungshaltung, dass es bei allen anderen auch so sein müsste eigentlich jetzt die Uhrzeit und in dem Stimmungspegel. Und wenn dann jemand früher gegangen ist, dann habe ich genau die gleichen Sprüche. Ja, du kannst noch nicht gehen und so gerade so nett und so. Also ich war da nicht extrem ausgeprägt.

Leander: Mhm. Mhm.

Alexander Metzler: kam schon eher selten vor, muss man fairerweise dazu sagen. Aber ich kenne diese Sicht auch. Und ich kenne natürlich das Umgekehrte, das kenne ich viel besser, dass ich derjenige bin, um 22 Uhr schon sagt, ich weiß, war so um 8 da, aber das waren jetzt gute 2 Stunden und ich müsste noch heimfahren. Da bewundere ich immer die Leute, die Kinder haben. Weil die Leute, die Kinder haben, die sagen immer, ja, der Kleine ist zum ersten Mal allein zu Hause.

Leander: Ja, natürlich.

Leander: Nö.

Alexander Metzler: Den müssen wir noch bei der Oma abholen. Da hat jeder Verständnis. Ich kann nix sagen. Mir glaubt keiner was. Ich hab vergessen, die Vögel zu füttern. 22 Uhr pendeln die schon. Wer sich mit Vögeln auskennt, weiß das. Da würde das auffliegen. Aber ich kenn das so gut, dass dann die Leute sagen, echt willst du schon gehen? Das ist ja auch schönes Kompliment, dass du das Gefühl hast, die finden's wirklich schade, dass du gehst. Aber es bringt ja nix, dich zu irgendwas zu zwingen. Das Schlimmste sind natürlich Geburtstagspartys.

Leander: Ja.

Alexander Metzler: wo rein gefeiert wird, wo du genau weißt, du musst auf jeden Fall mindestens bis Null Uhr da bleiben, weil da wird gratuliert und gesungen.

Leander: Ja.

Leander: Ja, nur, genau. Und wenn du 5 nach 12 gehst, das geht ja auch nicht klar. Also du kannst ja nicht dann drehen. Dann schon noch, muss schon noch kurz.

Alexander Metzler: Das geht auch nicht klar, weil dann ist es so ganz klar, hat nur auf die Null. Wobei ich das auch fair enough finde. Ey, ich hab mich durchgekämpft bis Mitternacht für dich, Adios. Ja.

Leander: Ja, so ey, so übrigens Happy Birthday und tschüss. Da würden wir uns grad schon mal haben. Gute, gell? Auf bald. Ja. Ja, das ist schon spannend. Aber ich dachte noch mal, das wäre so witzig, Wenn unsere soziale Kultur einfach ein reiner Hoax wäre. Also wenn viele Menschen genauso fühlen, ne? Wie da auch darunter kommentiert haben. Deswegen gerne, wenn du diesen Podcast hörst. Äh, gerade. Schreibt mal in die Kommentare, können wir eine Abstimmung machen? Alex, können wir, oder? Bei Spotify zumindest? Geht das? Wir gucken mal. Wenn da eine Abstimmung ist, nimm gerne teil. Aber aus der Technikabteilung höre ich gerade, wir können nur Kommentare. Schreibt doch mal, ob ihr da auch relaten könnt. Oder ob ihr sagt, nee, wir eher gerne so viele Familien feiern und Geburtstage wie möglich, wo man rund den Tisch sitzt und erzählt, könnte ich den ganzen Abend für immer machen.

Alexander Metzler: Ne, du kannst nur Kommentare machen.

Leander: gibt's viel zu selten, könnte ich hauptberuflich machen. Oder ob ihr eher mit den Worten related könnt, die am Anfang gesagt wurden, die wir gesagt haben. Weil wenn das so wäre, dass es relativ viele Menschen gibt, die sagen, eigentlich geht mir das zu lang, eigentlich ist es anstrengend, eigentlich ist es nicht voll mein Ding. Wär's ja schon ziemlich geil, wenn wir als Gesellschaft kollektiv immer wieder zusammenkommen würden, auf eine Art ... die die meisten Menschen nur ertragen, wenn sie gleichzeitig sich mit einer Droge leicht betäuben. wir es aber trotzdem einfach, weil es Gewohnheit ist. Einfach weil wir sagen, so haben wir es gemacht. Das fänd ich schon echt traurig. Also, wenn wir da nicht irgendwie noch auf bessere Ideen gekommen sind. Weil es gibt ja geilere Arten, zusammen zu sein mit Menschen. Wie hier im Podcast auch oft genug gesagt. Und eben auch schon anklängen lassen. Irgendwelche Retreats. Mit Leuten, wenn sich jemandem was Cooles überlegt, wenn man gemeinsam was erfährt, wenn man zusammen singt, wenn man zusammen übers Leben reflektiert, wenn da ein guter Input ist, wenn man gemeinsam Eis badet, wenn man gemeinsam eine Atemmeditation macht. So, all die Spaces, wenn ich meinen Retreat mache, das sind sechs ganze Tage mit 14 Leuten zusammen. Von morgens bis abends. Wir essen noch zusammen. Und das ist anstrengend, aber ich genieß das total. Ich mag auch ...

Alexander Metzler: oder

Leander: Die Leute, die da sind, toll. Es ist schöne Zeit, gemeinsam Zeit zu verbringen. Man kommt sich so nahe, man hat tolle tiefe Gespräche. Und auch ich als Teilnehmer bei solchen Sachen. Es ist eine richtig schöne Art, anderen Menschen gemeinsam Zeit zu verbringen. Und ich träume ja nach wie vor von einer Welt, wo wir mehr sober Partys machen, in denen wir dann aber cool moderiert ...

Alexander Metzler: Deep again.

Leander: Dialogisch, Übungen, wo man zu zweit sitzt und man stellt sich Fragen gegenseitig, lernt sich irgendwie besser kennen. Muss ja nicht immer die tiefste aller Tiefragen, so was, geheimen sexuellen Neigungen möchtest du noch mal ausleben mit deiner Tante. Muss ja nicht sein. So, also man kann ja auch... Interessantes Thema. Man könnte ja mal sagen, so, worauf freust du dich wirklich? Äh, worauf freust du dich wirklich? Oder wovor hast du wirklich Angst? Einfach, es gibt so spannende Fragen, die man sich stellen kann.

Alexander Metzler: Das wäre schon ein interessantes Thema.

Leander: Die dann im sozialen Kontext, grade in so einer großen Runde, kann man die halt nicht stellen. Aber wenn man halt sagt, man moderiert das mehr, dann kriegt man viel, dann kann man vielleicht nicht mit allen gleichzeitig am Tisch sitzen, aber würde viel mehr von den Menschen mitbekommen. Und dann könnte auch Louis aus unserem Intro-Reel tiefer einsteigen mit einer anderen Person. Das geht ja für die meisten. Oder ist ja anders, als wenn man in so einer großen Gruppe ist und dann entweder nur zuhört und immer müder wird. Oder dich fragt, wann komm ich rein? Die Leute, die mehr Alkohol getrunken haben, sind dominanter in dem Gespräch. Und führen dann die Diskussion. Dann ziehst du dich immer mehr zurück. Und sagst, dann sitz ich jetzt hier und meditiere mit einem inneren Lächeln. Oder einem inneren ... verzweifelten Blick. Und halt das irgendwie aus. Und ... das, ja, das würd ich ... Das wär echt witzig. Also, wir rausfinden würden, dass die Art, wie wir uns sozial organisiert haben in Deutschland. Die meisten Leute einfach nicht geil finden, aber wir machen es trotzdem, weil es halt irgendwie so erwartet wird.

Alexander Metzler: Ich denke, die meisten Leute finden es schon geil. Ich denke jetzt mal hier an unser Vereinsleben auch im Ort. Die Jungs, die Fußball spielen hier zum Beispiel, die meisten bleiben nah am Training, da, treffen sich dann noch in der Sportkneipe, sitzen da noch zusammen, gucken da noch Fußball, diskutieren über die Bundesliga, trinken ihr Bier. Die genießen das schon. Und ich mache das von Zeit zu Zeit auch mal gerne. Ich mache das nur absolut nicht regelmäßig und das wäre mir auch einfach viel zu viel. Aber ich glaube, das hat auch viel mit Escape vom Alltag zu tun. Diese ritualisierten Zusammenkünfte, wo jetzt auch gerade Männer gerne zusammensitzen, ihr Bier trinken, Fußball gucken und sich über die Bundesliga unterhalten, mal bei dem Thema zu bleiben. Das ist ja in dem Moment ... Machst das, was du eigentlich seit deiner Jugend gemacht hast? Da war das schon so. Mittlerweile sind da halt Kinder, da ist die Frau, da sind Probleme, Miete, Arbeit, alles. Das tretet alles mal in den Hintergrund für diese zwei, drei Stunden auf dem Platz und später dann im Sportlerheim. Und ich glaube, dass das auch mental eine gesunde Sache ist für Männer, weil das für die dann mal so eine Auszeit ist. Und wir haben hier ja auch eine... Gerade bei mir hier im Ort haben wir eine sehr, sehr erfolgreiche Damenmannschaft. Und da läuft es, soweit ich das beurteilen kann, auch sehr ähnlich ab. Also diese Zusammenkünfte von Gleichgesinnten. Und das ist vielleicht noch mal der Unterschied, weil da ist es ja eine Mannschaft. Das heißt, oder eine Damenmannschaft. Ist auch witzig, Damenmannschaft. Das müsste eigentlich Frauschaft heißen. Damenmannschaft. Man kommt zusammen, da kennt man sich halt lange. Man weiß so, wie man tickt. Auf Geburtstagspartys ist es ja oft noch mal so

Leander: Mmh, mh, ja.

Alexander Metzler: Dass man random zusammengebürfelt wird oder das, was du jetzt beschrieben hast, mit dieser Hoteleröffnung. Wo man wirklich dann überhaupt niemanden kennt und gar keine Anknüpfungspunkte hat. Wenn du mit Jungs seit 20 Jahren Fußball spielst, dann weißt du, wie die ticken und dann weißt du, was du mit denen für Dialoge hast. Und das hat, glaube ich, was Erleichterndes. Ich habe auch so, während du erzählt hast, auch so an das Modell der Kneipe gedacht. Also wir ja auch ein krasses Kneipensterben. Und auch in England. Ich habe gerade ...

Leander: Ja.

Alexander Metzler: Ich habe gerade Clarksons Farm geguckt. Da gibt es ein krasses Pappsterben, was mir gar nicht so bewusst war. es gibt die Tradition des Papps schmilzt dahin wie die Arktis unter dem Klimawandel. Oder ist es die Antarktis? weiß nicht. Oder ist es beides? Auf jeden Fall schmelzen die Papps. Und das war ja auch immer so ein Papp oder eine Kneipe ist ja auch so was.

Leander: Nee.

Leander: Nordpol ballert auf jeden Fall.

Alexander Metzler: Da kannst du ja theoretisch auch alleine am Dresden sitzen und bist aber trotzdem umgeben von anderen Menschen. Obwohl du vielleicht mit gar niemand redest. Du hast vielleicht nur dein Getränk vor dir stehen oder redest mal kurz mit dem Mann hinterm Dresden oder der Frau hinterm Dresden. Aber du bist vielleicht gar nicht involviert, aber du hast trotzdem das Gefühl, du bist an einem Ort, wo Menschen sind. Weil Einsamkeit spielt dir auch eine ganz große Rolle, auch gerade in den Städten hier und da wahrscheinlich auch. Menschen fühlen sich einsam. und haben das Bedürfnis auf Begegnung und auf Austausch. Und ich sage ja auch gerne zum Beispiel in meinem Podcast, ... ... dass soziale Kontakte eine ganz, ganz wichtige Säule ... für mentale Gesundheit ist. Also das ist eins der aus meiner Sicht vier wichtigsten Säulen. Neben Ernährung, Bewegung, Schlaf sind sie die sozialen Kontakte. Somit das Allerwichtigste. Wenn du gute soziale Kontakte hast, wenn du nur ... gesunde Peer Crew hast, dann macht das ganz viel ... mit deiner mentalen Gesundheit und auch mit deinem Lebensweg. Und ich sag auch immer gerne, wir sind keine Herdentiere, aber Rudeltiere. umgeben uns mit kleineren Gruppen gleichgesinter Menschen sehr gerne. Und das ist, glaub ich, sehr wichtig. Von daher spielen diese Zusammenkünfte für viele Menschen, glaub ich, auch eine sehr wichtige Rolle. Und auch wir, du hast ja jetzt auch schon gesagt, auf deinen Retreats geht's ja so. Mir geht's ja auch bei unseren Spieleabenden, Beispiel mit unseren Mädels. Gestern Abend wieder, die Zeit ... Wenn entweder wir zu euch kommen oder ihr zu uns kommt und wir wissen, wir haben jetzt den ganzen Abend und dann schnippst du einmal mit dem Finger und dann heißt es, es schon so spät, wir müssen jetzt los, wir müssen morgen alle wieder arbeiten.

Leander: Jetzt sind sieben, acht, neun, zehn, vier, vier oder vier Stunden oder so vorbei.

Alexander Metzler: Ja und zwar mit dem Fingerschnippen. Das kommt dir ja nicht vor wie wir haben jetzt vier Stunden da rum gesessen, sondern...

Leander: Nee, wir hören immer auf, weil es wirklich in den seltensten Fällen ... Das kann ich mir gar nicht dran erinnern, aber das wäre wirklich die Ausnahme, dass wir aufhören, weil wir das Gefühl haben, so jetzt keinen Bock mehr. Sondern es ist einfach dann immer zu spät. Es ist einfach eher so, fuck, Mist, jetzt bist schon wieder vorbei. Warum müssen wir jetzt aufhören? Da sind wir zu viert. Da ist aber halt auch ... Ja, genau, aber das ist ja auch dann nicht ...

Alexander Metzler: Kein Bock mehr gibt's nicht.

Alexander Metzler: Oder auch Müdigkeit. Müdigkeit aus der Hölle gibt's manchmal auch.

Leander: Kein Bock, sondern halt müde, weil spät oder langer Tag oder was auch immer. Aber es ist, haben wir uns natürlich auch so gebastelt, dass wir halt so eine schöne Mischung haben, ne? Wir treffen uns nicht, äh, vier Stunden dann zu reden, zu viert, sondern wir reden zu irgendwelchen Themen, essen was Leckeres dabei, dann, äh, und dann fangen wir relativ direkt an zu spielen, da reden wir zwischendrin auch, machen Quatsch, aber erleben irgendwie auch was zusammen. Verwerten nicht irgendwie ...

Alexander Metzler: Ja, ja.

Alexander Metzler: Ja.

Leander: die den ganzen Abend unsere Woche und durchleben, was vergangen passiert ist, sind in Interaktion, benutzen irgendwie unser Gehirn, unsere Kreativität. Da entstehen lustige Worte bei unserem Lieblingswort, einem unserer Lieblingsspiele Crazy Words oder auch bei Nobody's Perfect. Da kommen kleine Gemeine rein und Schicksalsschläge bei Wizard durch, wo man schon alles richtig hatte. Und dann kriegt man auch irgendwie da noch einen Stich rein. Das ist ...

Alexander Metzler: Was?

Leander: Das können wir uns halt so basteln, wie wir das haben wollen. Auch ... das ist natürlich bei sozialen Situationen bedingt auch möglich. Bella und ich hatten auch schon mal Crazy Words bei einem Family-Treffen dabei. Wir gesagt, cool, wir nehmen das mit, drücken das durch und sagen den Cousin, wir spielen jetzt mal ... oder Cousins und Partnerin, wir spielen jetzt Crazy Words zusammen, wir zeigen euch das mal, dann spielen wir was. Generell hat man natürlich auch Einflussmöglichkeiten. da drauf und es gelingt mir in letzter Zeit auch, würde ich sagen, dann trotzdem eine gute Zeit zu haben und dann auch irgendwann zu sagen, jetzt ist es doch auch gut. Und ich glaube schon nach wie vor, gerne dazu auch noch mal unsere Folge zum Thema Alkohol anhören, jetzt nach, ich glaube, viereinhalb Jahren Soberness, das schon ... Viele der Sachen halt, also viele der Zusammenkünfte sind schon auch getragen von Alkohol. Also, dass man das so richtig genießt und sagt, da hab ich wieder Lust drauf. Und ich, fairerweise, glaub ich, dass es auch einen Anteil gibt an sozialen Vereinigungen, wo die auch stattfinden und feste, damit man Grund hat, zu trinken, weil alleine trinken eher nicht angesagt ist und man aber Lust hat, Alkohol zu trinken. Und dann braucht man halt andere Menschen. Und das ist ja auch eine soziale Droge. Alleine trinken macht ja auch keinen Bock. Wo willst du dann hin mit deiner sozialen Energie durch die Vergiftung in deinem Gehirn, warum auch immer die dann sozialer macht oder irgendwie dich so austausch und die Zunge lockert, dann sitzt du da allein vorm Fernseher. Aber dann brauchst du ja andere Menschen, die du dann volltexen kannst oder mit denen du dich auch erfreuen kannst. Oder dann deine Dance-Energie, die dann erst freigeschaltet wird, wenn du Alkohol getrunken hast. Aber trotzdem glaube ich, dass das halt für viele auch ein Anlass ist. Also zu sagen, ich hab noch mal Lust, im schlimmsten Fall sogar zu sagen, ich hab richtig Bock. mich zu betrinken, mal diese Alltagssorgen zu vergessen, ... geh ich entweder in die Kneipe. Und da bin ich dann auch schon mal nicht allein, wenn ich trinke, oder gehen auch andere hin, das auch trinken, dann fühl ich mich nicht so schlecht dabei. Oder ich mach halt ein soziales Event, damit ich einen schönen Anlass hab, zu trinken und mit anderen zu trinken. Und das ist ja auch fein, solange das im Rahmen ist. Aber mich würde interessieren, wenn man das wegnehmen würde. Ob dann nicht schon ...

Leander: dass Layout auch von diesen Veranstaltungen grundlegend anders wäre. So, wir sind ja ... Also, unsere Spieleabenden sind ja komplett sauber und die funktionieren einwandfrei so. Manchmal wird sogar ein bisschen gedancet, wenn's danach ist. Und jeden Fall rumgealbert und alles. Und das passt aber halt von den ganzen Settings. Ähm ... Ja, so.

Alexander Metzler: Tja. Also ich glaube, ja, ich glaube, dass... Das ist ein wichtiges Take-Away. Ich habe das auch schon gemacht. Geburtstagen, wo ich hingegangen bin, ... im Vorfeld schon zu schreiben, ... vielen lieben Dank für die Einladung. Ich komme super gerne vorbei. Seid nicht irritiert, wenn ich ... relativ früh wieder gehe. Viele kennen das Verhalten von mir auch schon. Dass man es einfach kommuniziert. Und wenn man dann ...

Leander: Ja.

Alexander Metzler: Ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn man dann nachfragt und dann erklärt, ich möchte einfach ... Ich will nicht so lang bleiben, weil Ah, muss morgens wieder raus. Das ist oft auch der Fall. Oder aber auch ... Je nach Gefühlslage kann ich das auch bisschen ausdehnen. Aber ich will mich auch nicht quälen. Warum soll ich mich denn quälen, wenn ich irgendwo bin?

Leander: Ja.

Alexander Metzler: irgendeinem Gefallen zu machen. Also da hat ja auch niemand was davon. Niemand hat was davon, wenn ich wie ein stummer Fisch mit am Tisch sitze. Die Leute haben ja nur was von mir, wenn ich mich in irgendeiner Form auch einbringen kann. Und das gelingt mir mal besser und mal schlechter. Es gibt aber auch Menschen und ich kenne einen davon, den ich auch sehr schätze. Das ist ein super perfekter Netzwerker. Der ist jemand, der geht in so einen Raum rein, geht auf die erste Gruppe zu, Hand raus, ey grüß dich, ich bin Punkt-pupunkt und ... Wie ist eure Connection zum Gastgeber? Und dann hat der sofort ein Gespräch am Laufen. Und dann redet er fünf Minuten mit den Leuten, dann steht er bei den nächsten Leuten und redet mit denen. Und zwar komplett unverkrampft, komplett locker. Und ich glaube ihm auch, dass es total Spaß macht. Und das war etwas, was ich schon immer an dieser Person tief bewundert habe. Dieses ...

Leander: Mhm.

Alexander Metzler: Diese Fähigkeit, und das hat dem im Business wahnsinnig geholfen, ... weil so geht er natürlich auch mit potenziellen Kunden ... oder Netzwerkpartner oder Geschäftspartner, geht er genauso auf die Zubi auf einer privaten Party. Da ist auch nicht immer dieses, ... was habe ich für einen Vorteil darüber, ... sondern einfach diese Freude am ... neue Leute kennenlernen, ... ... der hat aber auch dieses Quäntchen, ... dass der ein Gespräch am Laufen halten kann, auch durch interessantes Nachfragen. Das ist ja auch sehr, sehr spannend, dass die ... dass die meisten Leute ja erst mal nur von sich reden, aber eine Konversation ja erst mal dadurch spannend wird, dass man interessiert zuhört und nachfragt und interessiert, was der andere erzählt. Und wenn ich ... Ich kann das tatsächlich auch gut ... unter bestimmten Prämissen. Also, ich kann das, ich habe diese Fähigkeit. Nur brauche ich dazu auch so ...

Leander: Mmh.

Alexander Metzler: ein Minimum Quantum an Energie und auch an Lust. Also da muss schon einiges dazukommen. Oder es ist beruflich. Wenn ich bezahlt werde, dafür kann ich es auch. Aber wenn ich das privat mache, da müssen so ein paar Prämissen zusammenkommen, dass ich diese Fähigkeit habe. Also ich kenne das, dass man das kann. Aber er macht das aus einer wahnsinnigen Leichtigkeit und aus einer wahnsinnigen Freude heraus. Und das finde ich auch, also das finde ich toll. Das ist eine Eigenschaft, die ich sehr bewundere an Menschen. kannst aber auch gut leben, dass ich die nicht so hab. Aber das finde ich halt auch schön, dass es das gibt. Und jetzt den Bogen zu Ende zu spannen, du hattest es ja schon vorweggenommen, man muss erst mal anerkennen, dass es einfach Both Sides of the Story gibt. Also da gibt's einen ganz großen Spannungsbogen und gauzige Normalverteilung. Und ein paar Leute sind halt extrem an den Enden. Und wir sind wahrscheinlich irgendwo in so einem Drittel anzusehen. Und dann gibt's die ganz oben, das sind dann die Party-Gurus. Und ich glaube, mit offener, ehrlicher, freundlicher Kommunikation und auch dem Blick auf die andere Seite, wenn jemand sagt, okay, ja, war schön jetzt der Abend, super, aber ich bitt jetzt wirklich gerne nach Hause. Ich versteh auch so gut dieses Bedürfnis nach Ruhe. Gerade wenn du so eins, zwei Stunden in so einem Takt drin warst, versteh ich ... Dieses Bedürfnis nach, schon allein der Weg zum Fahrzeug dann meistens oder du sitzt dann im Auto, auf dem Dorf ist es ja meistens das Auto, wo du unterwegs bist, die Ruhe dann im Auto und dieser Heimweg, das ist schön. Diese Stelle dann nach so einem Grundrauschen an so einem Abend. Ich kann das Bedürfnis total nachvollziehen. Also ich verstehe total beide Seiten. Ich verstehe diejenigen, die da unglaublich viel Freude dran haben und ich verstehe diejenigen, die sagen ... Ich bin aber der Typ oder das Mädel, was gerne früher nach Hause geht. Und wieso ist ... Also eigentlich sehe ich überhaupt gar kein Problem. Wenn keine Irritation herrscht, wenn man das offen kommuniziert und wenn man sagt, vielleicht sogar vorher, wie ich das schon ganz gerne mache, dass die Leute sich schon ein bisschen drauf einstellen können, dass sie vor allen Dingen auch denken, das liegt jetzt nicht an ihnen, oder es ist eine Scheißparty, oder ich hab mich nicht amüsiert oder was auch immer, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Das ist auch, glaub ich, wichtig, weil gerade wenn sich jemand auch

Alexander Metzler: Man lädt Leute ein, man organisiert Getränke, man dekoriert vielleicht noch so bisschen, man freut sich auf die Leute. Und dann gehen die ersten 10 und das könnte man ja auch persönlich nehmen und denken, der Person hat es jetzt gar nicht gefallen hier, habe ich was falsch gemacht und das ist überhaupt nicht der Fall. Das hat gar nichts mit dem Veranstalter oder der Decoration oder dem Haus zu tun oder der Wohnung oder so, es ist einfach nur diese

Leander: Ja.

Leander: Die Dekoration war einfach scheißig, da muss ich 10 gehen.

Alexander Metzler: Ja, die Decoration war scheiße, deswegen bin ich 10.30 gekommen. Ich sag's dir, wie es ist, Junge.

Leander: Ja, danach auf WhatsApp schreiben. So einfach darauf auch schieben. so. Du hast eigentlich Sozialbatterie leer, aber du hast gesagt, nee, die Dekoration war einfach nicht meins. Das hab ich nicht gefühlt. Für anderthalb Stunden konnte ich es dann noch übersehen, aber dann wurde es einfach, es war so augenscheinlich. Ich würde gern noch auf einen Aspekt der Gute. Unser Podcast passt eben auch noch mal den... ...den Blick drauf werfen. Und zwar... Glaube ich schon, dass ein Anteil von der Sozialbatterie, gerade auch wenn man sehr doll nicht unter Menschen sein kann, schon auch an Glaubenssätzen auch liegen kann. Also dass das neben so allgemeiner Präferenz und ja, ich bin halt lieber eher für mich oder ich bin halt lieber unter Menschen, ich glaube, dass es schon ein paar Glaubenssätze gibt. die dazu führen, dass man vielleicht noch schüchterner wird oder noch mehr sich zurückzieht. Was nicht heißt, dass es nicht auch in Ordnung ist oder dass man schuld ist, dass man diese Glaubenssätze hat. Aber wo man halt trotzdem drauf gucken kann, wenn man merkt, ich bin in so Situationen maßlos überfordert und nicht nur ich hab keinen Bock, sondern ich bin so wie verkrampft oder bin, ähm, ja, habe richtig Angst davor oder so was. Und da ... da auch mal hinzugucken und sich zu fragen, hab ich irgendwie den Eindruck, dass ich da performen muss? Hab ich so ein Selbstbild von mir, dass ich immer lustig sein muss? Hab ich ein Selbstbild von mir, dass ... ich eben immer gute Gespräche führen muss? Also auch daran kann man ja sehr leiden, wenn man da im Frieden mit sich ist. Und man ist da und sagt, ich bin erst mal einverstanden mit einem, ich bin jetzt hier. Und ich werde auch aus Respekt gegenüber dem Gastgeber, wenn nichts ... Blödes passiert, werde ich auch 1,5 Stunden hier bleiben. Und dann erst mal mit so einer Grundhaltung von Offenheit und ich... Dann wollen wir mal sehen, da reinzugehen. Ist, glaube ich, was grundlegend anderes, als wenn du schon reingehst und eher so, Gott, was ist, wenn ich jetzt keinen finde. Auch einverstanden damit zu sein, das war für mich eine total gute Übung, dann z.B. auch bei diesem Networking-Event im Hotel. Auch einverstanden damit zu sein, mal alleine da zu stehen. Und einfach nur was zu trinken und nicht direkt, so Gedanken, die bei mir dann hochkommen wie...

Leander: Gott, was denken jetzt die anderen? Die denken, ich bin voll der uncoolen Typ, der sich nicht traut, irgendwelche Leute anzusprechen. Das macht das ja zehnmal anstrengender. Sonst würdest du einfach stehen, denken, Alter, ist das ein geiler Raum, ich krieg das Bier, gerade hier umsonst, das Alkoholfreie. Die sind irgendwie interessante Menschen, die sind in meinem Wohnzimmer auch nicht. Ist voll nett, mal zu gucken. Ist voll die interessante Sozialstudie. Ich war noch nie auf so einem Event. Wie verhalten sich die Leute? Ach, guck mal, da spielt ne geile Band, die hör ich mir jetzt mal an.

Alexander Metzler: Mhm.

Leander: könnte ja total das Geschenk sein, aber durch meine Gedanken kann ich es mir halt noch viel schwerer machen. Und das, glaube ich, ist das, wo jede Person für sich selber gucken muss, ist es, ja, also wie, welche Gedanken kommen da hoch und kann ich die auch wieder ziehen lassen und kann ich einverstanden erst mal damit sein, aber muss ich die auch, die muss ich nicht alle glauben, diese Gedanken von, ich muss jetzt hier einen guten Eindruck machen. Wenn du da stehst und da reingehst von, ich muss hier jetzt einen guten Eindruck machen, wird das einen extremen Einfluss darauf haben, wie du diesen Abend wahrnimmst. Als wenn du reingehst und sagst mal offen, so, hier I am, es ist komplett scheißegal, was die Leute von mir denken, ich kenn die eh alle nicht, die kennen mich auch nicht, und dann guck ich mal, was passiert. Und wenn ich am Anfang da unsicher bin und merke, ich hab grad voll Angst, auf Leute zu gehen, spannend, ist doch schön, zu beobachten. Guck mal, ich bin Speaker für alles Mögliche, für Gelassenheit, ich bin grad da ungelassen, ach, das ist ja schön. Das guck ich mir mal an, woher kommt das denn? dann fällt mir vielleicht auf, ach krass, ich will so und so gerade gesehen werden. Gibt's irgendwelche Überzeugungen von, ich müsste doch ein lockerer Typ sein, an der leide ich gerade. spannend. Dann seh ich den Gedanken. Und dann kann es sein, dass es schon ganz anders entspannt. Dann hab ich gar nicht zwangsläufig unbedingt jetzt jemanden angesprochen schon. Aber ich hab einen anderen Frieden mit der Situation. Und das ist, glaub ich, was, wo wir, wo manchmal dann diese Diskussion ... Also bei all der Wichtigkeit, da Awareness für zu schaffen, dass es Menschen gibt, die weniger gerne unter Menschen sind und dass das auch total in Ordnung ist, darf man trotzdem nicht übersehen oder darf man sich angucken, welchen Einfluss haben meine Überzeugung, Glaubenssätze, Mindfuck im Endeffekt auch auf die Situation. Und das Gleiche gilt natürlich auch für alleine zu Hause sein. Wenn ich mir sage, ich müsste aber unter Leuten sein, ich bin ein Verlierer, weil ich nicht jeden Abend mit anderen Menschen was unternehme. Das ist ja genauso ein Mindfuck. Ich könnte es auch total genießen, hier ganz alleine eine Serie zu gucken und das so richtig abfeiern und es mir total gemütlich machen. Oder ich könnte denken, ich habe keine Freunde, ich müsste eigentlich was... Dann mache ich mir diesen Abend total kaputt.

Alexander Metzler: Ja, das stimmt. Es kippt natürlich dann, wenn das eine oder andere extrem zu oft passiert. Wenn du jeden Abend allein bist, unfreiwillig und jeden Abend eine Serie guckst und dann geht dir das irgendwann natürlich auch, dann geht das Einsamkeitsthema los mit Serie oder ohne Serie. Ich verstehe dann natürlich das Bedürfnis, Menschen kennenzulernen und manchmal ist man ja dann auch auf Partnersuche oder so was. Das ist dann nochmal ein anderes Thema. Diese Überlegungen sind natürlich goldwert, die du ansprichst. Mir hilft auch immer ein Satz von Eckhart Tolle, der mal gesagt hat, geht, steht, sitzt oder liegt immer irgendwo. Und mehr macht man nicht im Leben. Man geht, steht, sitzt oder liegt irgendwo im Leben. Und das macht man.

Leander: Rest ist Story so ein bisschen.

Alexander Metzler: Es ändert sich nur das Drumrum. Ja. Also, ob ich jetzt zu Hause auf der Couch sitze oder an so einem Tisch mit Leuten, sitze. Ob ich da jetzt eine Serie guck oder guck mir die Leute an. Das andere ist ja tatsächlich alles Film, was ich mir dazu denke. So, mir ist langweilig, ich weiß nicht, was ich reden soll. Das ist Film. Das ist ja nicht ... das ist ja ... Und das macht ... ... Ja. Passt gut zu dem, was du grade gesagt hast.

Leander: Ja. Ständig die Deutungsmaschine rattert durch, ja.

Alexander Metzler: Ja, was ist jetzt abschließend der Take? Unsere Conclusion, unser Fazit. Also ich glaube, wir sympathisieren sehr oder können gut related mit der empty social battery. Also wo zumindestens die vielleicht nicht ganz leer ist, aber wo schon dann so ab und zu das Lämpchen blinkt, dass nicht mehr so viel drin ist. Das spüre ich voll. Ich kann mir dann je nach Energie das ...

Leander: Ja, ich hab nicht so das, also was Louis... Sorry. Ich glaub, wir haben manchmal auch hier so bisschen... Louis dann sagt so, auch in dem Real, Richtung Ende, haben wir gar nicht abgespielt, dann werd ich auch unfreundlich. dann manchmal so, dass die Batterie so leer. Das passiert wirklich bei mir in den seltensten Fällen. ist jetzt dann wirklich so richtig ... Also, ich bin da eigentlich sehr gut drin. Und je nach Setting hab ich auch total viel soziale Batterie. Aber ja, ich find, erst mal die Erkenntnis, dass es einfach anders ist. Und da drauf zu hören und nicht davon auszugehen, weil mir das jetzt gefällt. muss das auch meinem Gegenüber oder anderen Menschen gefallen. Und es muss auch nichts mit mir zu tun haben, wenn es meinem Gegenüber gerade nicht gefällt. Das ist, ich, auch wichtig. So einfach viel mehr zu sprechen, viel weniger seinen eigenen Deutungen zu glauben und auch zu sehen, dass einfach Bedürfnisse anders sind, das finde ich ganz wichtigen Tag.

Alexander Metzler: die Erkenntnis, dass vielen, vielleicht sogar viel mehr, als man denkt, anderen Leuten eben genauso geht, die das auch fühlen und die auch mit dieser Awkwardness dann umgehen müssen und die auch darunter leiden und denen man das vielleicht überhaupt nicht ansieht, ja, das ist auch schon...

Leander: Ja, genau, alle denken immer so, alle haben ihren Shit im Griff. Das ich auch super spannend im Stephanie Giesinger-Podcast G-Punkt hat sie das mal gesagt. Die ja Topmodel ist, ich glaub, eine der ersten Germanys Topmodel-Gewinnerinnen vielleicht auch. Auf jeden Fall super erfolgreicher Mensch. Offensichtlich enorm schön, weil verdient ihr Geld mit ihrem Aussehen. Und die hat gesprochen mit ihrem Gast darüber, dass sie oft so überfordert ist, auch bei so Celebrities-Eventen. Und ihr Gast hat das Gleiche gesagt. Und ich hab da schon ganz oft ... von Celebrities gehört, dass die auf diese Events gehen, wo nur reiche, schöne, erfolgreiche Menschen sind. Und alle denken, die gehören da nicht hin. Also ein ganz großer Teil der Menschen, und alle denken, aber alle anderen haben das total im Griff, und nur ich gehöre nicht dazu. Und das ist einfach so witzig. Also, und das kommt bei meinen Seminaren auch so oft raus, dass wir so oft denken, mit diesem Quatschgedanken bin ich alleine. Und wenn wir uns aber mal aufmachen und darüber reden, und dann guckst du in die Runde und fragst du mal, und wer hat das auch? Und alle sagen ... Mal mehr, mal weniger, aber fast jeder kennt das. Und das, glaub ich, kann total heilsam sein, nicht zu sagen, ich bin der einzige Weirdo. Alle sind hier soziale Affen, alle sind Rudeltiere, alle lieben das total. Und dann fragt man, jeder kann relateen, damit mal auf einer sozialen Event gewesen zu sein, wo man einfach grade nicht sein möchte. Und das eher so ein Aushalten ist. glaub, hat wirklich jeder Mensch irgendwann schon mal erlebt.

Alexander Metzler: Wenn du Celebrity bist, wenn du demnächst eine große Party ausrichtest für schöne und reiche Menschen, dann lad uns beide doch mal bitte ein. Einfach damit Lea und ich dieses Experiment machen können, wie wir uns fühlen auf so einer Party. Ob wir da relaten können, ob wir auf die Leute zugehen, hey, schön, dass du da bist, oder ob wir uns den ganzen Abend dann irgendwie hinter der Säule verstecken und gucken, wo gibt's ein stilles Wasser für uns. Das würde mich interessieren.

Leander: die Social Awkwardness.

Alexander Metzler: Also gerne einladen, vielen Dank. Schreibt uns gerne mal eure Meinung. Ich glaube, hier kann man was zufolge wie ihr das auch fühlt, ob ihr das auch fühlt. Falls ihr unseren Podcast noch nicht abonniert habt, abonniert den gerne jetzt auf dem Podplayer eurer Wahl. Das ist immer wichtig für uns, dass wir noch mehr angezeigt werden, habe ich mir sagen lassen.

Leander: Ja, gerne einladen, wir gerne an.

Alexander Metzler: Dann sind die Abo-Zahlen immer auch ein ganz wichtiges Thema. Kostet euch nichts und ihr werdet immer dran erinnert, wenn es eine neue Folge gibt. Vielen lieben Dank dafür. Dann würde ich sagen, leh, nur ein kleines Stück auf der Handpan.

Leander: Ich würd, hat noch ein, würd, ja genau, einen letzten Gedanken, und den können wir dann ja vielleicht auch in den Handpan-Stück mit reinnehmen. Du darfst vom Schluss einfach auf sich selber zu hören und sich nicht zu verurteilen und auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Hab ich Lust, mal alleine zu Hause zu bleiben. Du bist noch kein Eremit oder Lonely Wolf oder Social Outcast, nur weil du mal dich selber wählst und auch mal sagst, nein, ich brauch Zeit für mich. Auch wenn du jemandem zusammenwohnst, Partnerschaft bist. Deinen eigenen Raum einzuräumen, sagen, ich würde heute gerne für mich sein. Dinge nur für dich zu machen. Und andersrum aber auch, wenn du Lust hast, Menschen zu gehen. Selbst wenn es Mut erfordert, versuch doch mal, ängstlichen Glaubenssätze loszulassen. Einfach zu sagen, ich geh da jetzt trotzdem hin. Ich hab zwar Angst davor. Und dann ohne große Erwartungen, sowohl ins Alleinsein als auch in die Menschenmenge reinzugehen. Und dann von Moment zu Moment stehen, sitzen, liegend, laufend. dem Moment zu begegnen, ohne großen Widerstand. Und alles, dann passiert, darf so sein. Und ich glaube, dann ist das alles auch gar nicht mehr so kompliziert mit den Batterien und dem Sozialen. Und fürs jetzt kleine ...

Alexander Metzler: Ja, wenn du in einer Partnerschaft bist und dein Partner oder deine Partnerin sagt mal plötzlich, ich hätte gerne mal Lust auf ein bisschen Me-Time und ein bisschen in meinem Zimmer ein Buch zu lesen in aller Seelenruhe oder ich habe Lust mal rauszugehen und andere Menschen zu treffen, dann bezieht es nicht auf dich. Also nehmt es nicht als Ablehnung von deiner Person, sondern nehmt es als das ist, nämlich ein offenes, ehrliches, kommuniziertes Bedürfnis. von deiner Partnerin und von deinem Partner also kein Grund für eine Krise, eher Freude für eine offene Kommunikation. Da sehe ich eine Tongue Drum, mein Lieber.

Leander: Und dann überlegt doch, yes wir haben heute hier schön Tong Drum Riff, wir haben ihn dir netterweise zugeschickt. Also heute mal leicht andere Klänge nochmal werdet ihr sehen und reflektiert doch mal während ich hier was für euch spiele dazu wie denn deine Bedürfnislage ist und ob du vielleicht mehr oder weniger Menschen in deinem Leben haben willst und was du so dafür tun kannst. Kannst ja das Ergebnis deiner Reflektion auch gerne in die Kommentare schreiben. Wir hören uns bald ihr Lieben. Ciao ciao.

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